Zu Hause – Tag 9

Heute war meine Frau wieder arbeiten. Ich hatte also das besondere Vergnügen eines Tages allein mit zwei Kindern. Was soll ich sagen? Andere Menschen setzten sich in eine Schwitzhütte oder gehen Bungee-Jumping, um eine Grenzerfahrung zu machen. Ich bekam das heute frei Haus.

Es sind diese Momente, in denen beide Kinder gleichzeitig schreien, die einen verstehen lassen, was die Zen-Meister damit meinen, wenn sie sagen, dass dem großen Nichts gegenüber alles bedeutungslos wird. Wenn mein Sohn heute mal wieder auf die Idee gekommen wäre, alle Wände anzumalen – ich hätte ihn gewähren lassen.

Heute waren wir auch vorbildlich, was unsere Quarantäne angeht. Wir waren einfach gar nicht draußen. Ich hatte es wirklich vor, aber als ich dachte: Jetzt gehen wir mal raus, damit die Kinder runterkommen, sind sie eingeschlafen. Dank des neuen Sandkastens auf dem Balkon hatten wir auch so ein bisschen Outdoor-Feeling.

In „Gegen den Tag“ haben sie aus Versehen ein Monster im ewigen Eis zum Leben erweckt. Ein bisschen so, wie wenn man neben dem Kind niesen muss, innerlich kurz „Nein“ sagt, und es aufwacht.

Irgendwo habe ich gelesen, man könnte doch auch einfach die ganze Wirtschaft, die jetzt vor die Hunde geht, einfrieren. Sozusagen so tun, als wäre gar nichts passiert. Wird wohl nicht dazu kommen. Kann aber gut sein, dass alle die das hier miterleben jetzt ein ganz neues Verhältnis zum Thema Geld entwickeln. Wenn in Zukunft jemand sagt: „Wir haben einen genauen Plan für unseren Haushalt gemacht.“ werden wir wohl nur sehr laut lachen.

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