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1–2 Minuten

Fast hätte jetzt vor kurzem Nietzsches Geburtshaus dem Kohleabbau weichen müssen. Dann hat man sich aber doch noch mal anders entschieden. Dabei wäre das doch echt eine schöne Sache gewesen. Die letzte Spur des großen Denkers hätte sich im dionysischen Walten der Macht aufgelöst und aus dem Jenseits hätte er noch mal tönen können: Warum ich ein Schicksal bin! Doch wahrscheinlich kamen irgendeinem pferdeumarmenden Weichei letztendlich doch noch Skrupel.

Da hat es also nicht mal zur Überwindung des Geburtshauses des großen Selbstüberwinders gereicht. Der „Luftschiffahrer des Geistes“ darf sein Haus also weiter vom Rauch der Kohle verschont wissen, so steht es nun für alle auch die wiederkehrenden Zeiten fest.

Die Sonne des großen Mittags wird weiter ungetrübt über dem Häuschen strahlen. Es hätte schon eines Zarathustra bedurft, es hinwegzufegen. Fehlt nur noch, dass man bald auch an dieser Stelle Wagner-Festspiele abhält, über die der Jenseitige dann sein süßes Gift verspritzen könnte.

Ja, ähem, wie man sieht, bin ich immer noch am Lernen und dementsprechend weltabgewandt. Werde jetzt Nietzsches Aufruf zur Lebensbejahung folgen und Feierabend machen. Vielleicht finde ich ja noch ein Stückchen Kohle, mit dem ich auf den kalten Mauern der Uni meinem Zorn Ausdruck verleihen kann über die Zukunft unserer Bildungsanstalten…

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