Neandertaler im Atomkraftwerk

Ein paar Forscher haben ein Neandertalermesser neben einem Atomkraftwerk gefunden. Der Fall scheint klar: Ein Neandertaler hatte vor langer langer Zeit keine Lust mehr auf Gewalt und meinte: Fortan will ich mich nicht mehr dieser bösen Waffe bedienen, indem er laut und deutlich ein verächtliches Grunzen ausstieß. Er ließ sein Messer liegen und ärgerte sich schon kurz später fürchterlich, weil er gerade dem ersten Tauschmarkt der Welt über den Weg lief und sein Messer hier gegen ein paar Superfeuersteine mit Zündungsgarantie und verkürzter Schlagdauer hätte eintauschen können, aber da war es schon zu spät. Jahrtausende später baute dann jemand, der eben Spaß an so etwas hatte, ein Atomkraftwerk nicht weit von der Stelle, an der unser Neandertaler sein Messer verloren hatte.

Soweit die Theorie. Ich glaube nicht daran. das ist doch viel zu naheliegend. Folgendes Szenario ist doch viel wahrscheinlicher:

Neandertaler Huhu spazierte eines Tages so durch die Steppe, als ihm auf einmal ein verzweifelter komisch unbehaarter Mann im weißen Kittel über den Weg lief. Der Mann redete wie wild auf ihn ein und zeigte auf eine komische Tür, die einfach so in der Gegend herum stand, drückte dem völlig verdutztem Huhu einen Zettel in die Hand und schob ihn durch die komische Tür. Huhu stolperte durch die Tür und staunte nicht schlecht: Der Mann war einfach verschwunden. Ansonsten sah alles ungefähr so aus wie vorher, nur die Luft stank nach etwas Undefinierbarem, das Huhu kurz entschlossen Smog taufte, womit er wohl gar nicht so falsch lag. Außerdem erhob sich in der Ferne ein kleiner Vulkan, der aber nicht aussah wie andere Vulkane, sondern komisch grau war und permanent dampfte.

Huhu lief auf den Vulkan zu. Am unteren Rand des Kraters angekommen hieb er erst Mal mit seinem Messer auf den Vulkan ein, um zu sehen, was passierte. Es passierte nichts. Das passte ihm irgendwie nicht. Er machte einfach so weiter, bis ein paar Männer in schwarzen Tüchern vorbeikamen und ihn überwältigten.

Die Securitiy-Beamten des Atomkraftwerks staunten nicht schlecht, als sie einen völlig verwahrlosten Hippie-Penner am großen Schornstein fanden, der mit einem Messer versuchte, das Atomkraftwerk zu demolieren. In seiner Hand fanden sie einen Zettel: „Dieser Mann ist unsere Rettung, er wird das degenerierte Genmaterial wieder auffrischen, aus dem wir bestehen. Claudia: Du wirst in ihm den wilden Mann finden, der ich dir nie sein konnte. Ich selbst habe mich aus der heutigen Welt zurückgezogen, zurück an den Anfang. Ach übrigens: Zeitmaschinen zu bauen ist eigentlich gar nicht so schwer: Hier die Bauanleitung.“ Die Securitiy-Leute schüttelten den Kopf und brachten den verwirrten Mann in eine geschlossene Anstalt. Sein Messer blieb liegen.

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