Phobot

Ein paar Studenten haben jetzt etwas ganz Tolles erfunden: Den Phobot. Der Phobot ist ein Roboter, der vor allem eines beherrscht wie kein zweiter oder überhaupt kein Roboter vor ihm: Er kann Angst zeigen. Wenn er einen besonders großen Gegenstand oder so was vor sich hat, beginnt er im Kreis herum zu fahren. Er ist dabei aber lernfähig: Bereitet man ihn mit kleineren Gegenständen behutsam auf die Begegnung mit größeren Gegenständen vor, kann er seine Ängste abbauen. So soll dieser Roboter denn auch Kindern helfen, mit ihren Ängsten umzugehen.

Mal abgesehen davon, dass ich es wirklich toll finde, dass jemand einen Roboter baut, der anstatt nur komisch in der Gegend rumzufahren oder Dosen zu öffnen auch Gefühle zeigen kann, kommen mir aber doch einige kritische Anmerkungen in den Sinn:

Was werden die Kinder von diesem Roboter denn dann genau lernen? Dass man im Kreis läuft, wenn man Angst hat? Man stelle sich vor: Im Kinderkasperletheater tritt auf einmal das Gespenst auf und der ganze Saal verwandlt sich in ein Tollhaus, weil alle auf einmal aufspringen und wild im Kreis herumrennen. Na ja, zugegeben, manchmal passiert so was ja auch einfach so. Faules Ei wäre demnach auch nur eine Art Angst-Ritual. Das ist ja fast schon Philosophie oder Psychologie. Wer das faule Ei hat, läuft vor Angst im Kreis herum und versucht diese unbemerkt an jemand anderen abzugeben.

Wäre allerdings auch ein netter Hinweis für ihre Kinder vernachlässigende Eltern oder Lehrer, wenn das Kind sich lieber mit einem Roboter beschäftig, weil es von dem mehr lernen kann. Es gab da ja schon mal so einen Versuch, Kinder mit einer Maschine ruhig zu stellen: Hieß „Fernseher“ oder so ähnlich.

Ich wusste gar nicht, dass Kinder nur vor großen Gegenständen Angst haben. Ich dachte immer man hätte Angst vor Größeren, die einen verprügeln, egal ob man nun im Kreis herum rennt oder nach seiner Mama ruft.

Aber das Maschinchen hat schon seine Berechtigung: Vielleicht kann man ja furchterregenden Menschen so beibringen, dass manche Angst vor ihnen haben oder den neuen Berliner Hauptbahnhof lahmlegen, weil sich vor ihm 1000 kleine Roboter im Kreis drehen. Sonst gibt es eben einen dritten Teil von „Nummer 5“ da warte ich eh schon lange drauf. Da fährt Nummer 5 dann zwei Stunden lang auf einem von Hochhäusern umsäumten Platz im Kreis herum und lässt pausenlos sein berühmtes: „Oh, oh“ hören.

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