Roger P. Harthausen – Ein verkanntes Genie

Es ist an der Zeit mal an einen völlig zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Künstler zu erinern:

Roger P. Harthausen

Roger P. Harthausen wurde am 2. Februar 1978 in Göttingen geboren als Sohn einer Schuhverkäuferin und eines arbeitslosen Postboten. Bald schon zog seine Familie nach Berlin um, wo er eine wohl schreckliche aber wenig dokumentierte Kindheit verbrachte. Man weiß nur: Er durfte nie Schokolade essen.

Die Bühne der Kunst betrat er 1998, als er gerade sin Abitur hinter sich damit für Aufsehen sorgte, dass er begeisterte Passanten in einer Fußgängerzone in Stuttgart mit einem Hammer auf kaputte Fernseher einschlagen ließ und das mitten im Weihnachtsgeschäft.

Diese Aktion und sein wiederholtes Auftreten auf Dichterlesungen, bei denen er verbesserte Versionen der vorgetragenen Texte namhafter Autoren ungefragt aus dem Publikum deklamierte, ließen ihn schon bald bekannter werden, wenn auch zunächst nur beim zuständigen Sicherheitspersonal.

Seinen Durchbruch erlebte er mit der Erzählung „Mohnblumenreaktor“ über einen toten Schildkrötensammler, der von seinen hungernden Tieren verspeist wird. Die Erzählung erregte bei einem Literaturwettbewerb auf Nordstrand Aufsehen, da sie nicht wie üblich in Papierform eingereicht wurde, sondern in Form eines Videos, in dem ein des Deutschen nicht mächtiger angetrunkener amerikanischer Tourist auf dem Oktoberfest den Text vortrug. Die Erzählung erhielt einen Sonderpreis für originelles Denken.

Nach einer langen Zeit künstlerischen Suchens über die Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkiten mittels der Kombination von Origami und einer eigenen Schnapsbrennerei, folgte 2003 der Höhepunkt des Harthausenschen Schaffens: Die Aufführung des Singspiels: „Deine Mutter kann nicht dichten!“ auf einem Schrottplatz in der Tübinger Südstadt. Das Singspiel lehnt sich locker an Mozarts „Zauberflöte“ an, musikalisch orientiert es sich am Industrial, durchbrochen von Blockflötenimprovisationen im Stile der Renaissance, die Handlung situiert sich im besetzten Paris, in dem ein verkannter Philosoph versucht, die Frau seines Herzens aus den Fängen der Nazis zu befreien. Die einzige Aufnahme des Singspiels ist leider verschollen.

Seit dieser Zeit ist Roger P. Harthausen verschollen. Auch das war Teil seines künstlerischen Konzeptes. Vor seinem Verschwinden erklärte er: „Ich werde die poststrukturalistische These vom Tod des Autors performativ umsetzen!“ Offenbar ist ihm dies gelungen.

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2 Kommentare

  1. Clown Murphy · Oktober 14, 2008

    Schön, dass Du noch am Leben bist.
    LG
    Clown Murphy

  2. Sbongile · Mai 13, 2014

    Ohhhh…das ist ja ne Sfcdfe Idee…das gab es zu meiner Hochzeit leeidr noch nicht….Dafuer mach ich jetzt mit :-) LG aus Potsdam, Melanie

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