Neulich in meinem Kopf:

Ich hatte gerade eine empfindliche Niederlage erlitten und in der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit spielte sich folgende Diskussion ab:

– Ich bin der Meinung, wir sollten unserem bisherigen Image treu bleiben. Wir verkaufen uns als nettes kleines Unternehmen, das zwar nicht immer alles hinbekommt, aber dafür grundsätzlich für eine positive Stimmung sorgt. Ich würde keinen Zentimeter abweichen von unserer Kampagne: Wir lächeln immer und gerade dann, wenn unser Gegenüber es nicht verdient hat.

– Ja und wie konsolidieren wir jetzt den Rückschlag?

– Wir fahren die Hide-The-Pain-Strategie!

– Ja, wir fressen es in uns rein!

– Ich weiß nicht, sollten wir nicht besser jetzt reinen Tisch machen und alle Karten auf den Tisch legen, bevor es jemand rauskriegt und uns nachher für unglaubwürdig hält?

– Ja und wie soll das gehen?

– Wir stehen zu unserem Schmerz! Wir setzen auf die ganz großen Tears und gehen ähnlich wie beim Fund Raising vor, wir bemitleiden uns so lange selbst, bis man uns mit Zuwendungen überschüttet, weil keiner uns ganz aus dem Geschäft haben will. Vielleicht erreichen wir sogar einen Projektionseffekt, weil die anderen Unternehmen sich sagen, sie könnten ja selber mal in so eine Situation kommen.

– Gute Idee…

– Ja, stimmt, aber die Gender-Abteilung hat sowas schon vorsorglich abgelehnt – passt nicht mit unserem männlichen Profil zusammen.

– Oder dem was die Gender-Abteilung für männliches Profil hält…

– Ja gut, die sind nicht mehr auf dem neuesten Stand, aber die Geschäftsleitung hat ihnen Priorität eingeräumt.

– Na dann bleibt wohl nur Plan A.

– Plan A?

– Plan Alkohol: Vorübergehendes Vom Markt Nehmen durch Betäubung der zentralen Systeme.

– Ach, diese alte Nummer…

– Das wird der Abteilung Ressourcen und Langzeitstrategie gar nicht gefallen…

– Zu spät! Der Vorstand ist uns zuvorge…

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