Zum Arzt gehen

Ich gehe ja nicht gern zum Arzt, was an sich ja nichts Ungewöhnliches ist. Ich könnte auch sagen: Ich gehe gerne zum Arzt, aber nur dann, wenn ich weiß, was für eine Krankheit ich habe, weil ich dem Arzt sonst einfach nicht verständlich machen kann, was mir fehlt. Wenn der Arzt zum Beispiel auf meinem Bauch rumdrückt, um festzustellen, ob ich da ein Magengeschwür habe und fragt: „Tut das jetzt weh?“, dann bin ich schon ziemlich aufgeschmissen. Natürlich tut das weh, wenn mir jemand auf dem Bauch rumdrückt, das ist ja wohl eine ganz normale Reaktion. Als introvertierter Mensch, der es nicht gewohnt ist, die ganze Zeit in der Gegend rumzubrüllen wie ein Marktschreier beim Heimspiel seines Fußballvereins, muss ich dann wohl selber wissen, ab welcher Schmerzgrenze ich mal eine kleine schauspielerische Einlage bringen müsste samt Gesicht verziehen und Schmerzensschreie ausstoßen und so. Vielleicht sollte ich mich mal von ein paar Fußballern beraten lassen, die haben das mit dem Schauspielern ja ganz gut drauf. Es darf nur nicht zur Gewohnheit werden, nicht dass ich am Ende stöhnend zusammenbreche, wenn mich mal ein kleines Kind am T-Shirt zupft, weil es mich etwas fragen will. Eine andere Möglichkeit, um der ganzen Arztsituation Herr zu werden, wäre vielleicht, einfach immer wenn man zu Arzt geht felsenfest zu behaupten, dass man kerngesund ist und sich das nur noch mal von ihm bestätigen lassen wollte, dann meint er wahrscheinlich: „So, so, kerngesund, das wollen wir doch mal sehen…“

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