Kampf um einen Parkplatz

Die Baustelle nebenan war heute kurz davor, ihre ersten Opfer zu fordern. Der Klempner, der im Erdgeschoss unseres betagten Hauses seine Aktivitäten in einem sympathisch chaotisch eingerichteten Büro koordiniert, hätte heute fast zwei Messbedienstete erschlagen, also so zwei Typen, die mit einem Messgerät und ein paar Stangen zukünftigen Bauwerken ihren Lebensraum abstecken. Nachbar Klempner hat nämlich nicht nur ein Büro unten im Haus, sondern vor allem einen Parkplatz davor und dieser Parkplatz ist ihm heilig. Wenn da mal ein kleines Kind sein Dreirad abstellt, steht zwei Sekunden später ein Abschleppkran daneben, aus Prinzip. Die zwei nichtsahnenden Ausmesser schlugen ganz unbedarft am rande des Parkplatzes ein paar Stangen in den heiligen Boden und wurden fast vom fuchtelnden Zeigefinger des cholerischen Klempners erdolcht, der dann die Stangen aus dem Boden riss wie ein rasender Indianerhäuptling, der die letzten Flecken seines Reservats mit gezogener Streitaxt gegen die Bagger des weißen Mannes verteidigt. Der Klempner befuhr dann weiter schimpfend die ihm bis dato verwehrte Fahrbahn und ließ die beiden Messmännchen erst einmal ziemlich bedröppelt in der umgegrabenen Gegend stehen. Schließlich nahte Hilfe in der wichtigtuerischen Gestalt eines Vorgesetzten, der nach einem Telefonat mit dem Chef der Baustelle, dem großen Zampano, Dr. Mabuse oder wem auch immer befahl, die Stangen zwei Meter weiter drüben einzuschlagen. Ich frage mich jetzt, ob tatsächlich ein kleiner Wutanfall meines Nachbarn reichte, um sämtliche Baupläne zu ändern und ob mein Glaube nicht ausreichen könnte, zwar keine Berge aber wenigstens dieses hässliche Gebäude da draußen ganz weit weg zu versetzen.

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2 Kommentare

  1. zauberdachs · September 13, 2007

    bitte nicht; eine umsetzaktion würde sicherlich weitere monate voller lärm und staub und stress und panik und zorn und wahnsinn bedeuten. wir müssen sprengen!

  2. deKesi · September 14, 2007

    Hmm, sprengen…

    Wir sollten zu einem konspirativen Pizzabacken zusammenkommen, um die Details zu erläutern.

    Vll könnte schon das gezielte Platzieren von Hefeteig an tragenden Säulen uns dem gewünschten Ergebnis ein wenig näher bringen…

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