Bei uns um die Ecke macht jetzt eine Großraumdisko auf. Das wird ein Riesenteil, da arbeiten am Abend angeblich 100 Leute oder so und es gibt unzählige Räume, in denen man alles mögliche machen kann. Was wohl? 100-Meter-Lauf? Bowlen? Tennis-Spielen? Massenkundgebungen? Ich bin ja so ein altmodischer Freund kleiner kuscheliger Klubs, in denen man sich so fühlt, als wäre man in den Untergrund abgetaucht und eine neue Identität angenommen.

Anderen Leuten scheint es Spaß zu machen, sich massenweise mit musikalischer Durchschnittsware beschallen zu lassen. Wahrscheinlich ist die Umgebung irgendwann auch egal, wenn man sich mit 10 Alkopops zudröhnt, die man dann auch ganz schnell und unkompliziert mit der tollen superdigitalen Karte bezahlen kann, die man am Eingang bekommt. Da kann man dann noch was zu trinken bestellen, wenn man schon lange nicht mehr dazu in der Lage wäre, auch nur eine Münze aus seinem Portemonnaie zu nesteln. Wahrscheinlich gibts da dann auch noch eine ganz einfach Methode, sein Getränk zu bestellen, man lässt einfach seinen Kopf auf den Tresen knallen und bekommt sofort den Cocktail des Tages. Im Prinzip ist es wohl ein Teufelskreis: Man kommt in die Risendisco und muss erst mal was zur Beruhigung trinken, um die Menschenmassen und die schlechte Musik zu ertragen und dann ist man so besoffen, dass man es gar nicht mehr merkt, wenn man etwas zu trinken bestellt.

Das Schlimmste an der Sache ist, dass dann das Resultat der ganzen tollen Veranstaltung morgens um 6 bei mir am Fenster vorbeigrölt. Entweder ich besorge mir doppelt isolierendes Oropax, oder ich mach schon mal den Kessel mit dem siedenden Öl fertig.

Wenn man schon so einen Riesensauftempel baut, könnte man doch auch gleich eine Art Klinik nebendran bauen, wo alle ihren Rausch ausschlafen, das wäre mal eine Institution. Da gibt es dann große Schlafsäle, in denen alle vor sich hin vegitieren können und Doppelzimmer kostet extra.

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Ein Kommentar zu „Großraumdisko“

  1. Erst die Baustelle vorm Fenster, nun die Disko um die Ecke… ohne jegliche Ironie: Dich hat’s hart getroffen!

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