Eine althergebrachte Kunst ist ganz zu Unrecht in Vergessenheit geraten, die Kunst des Slapstick, die zu Beginn der Filmgeschichte noch vom Wiehern des Publikums begleitet über die Kinoleinwände ruckelte. Überdeckt vom Gelächter, das diese Werke unerbittlich dem Genre der Komik zuordnete, stellte sich hier der Ausdruckstanz des Alltags dar, der in angenehm entspannendem Kontrast zur unmenschlichen Perfektion der vermeintlich „wahren“ Leinwandhelden von heute steht. Sicherlich war auch Slapstick in höchstem Maße übersteigert und stürzte seine Figuren in immer neues Unglück, das jedem Märtyrer zu einem ordentlichen Eintrag im göttlichen Telefonbuch verholfen hätte, aber ich werde den Verdacht nicht los, dass diese Übersteigerung in eine sympathischere Richtung ging, als der Blutdurst der Action-Filme. Sicher ist das Genre des Slapstick in seiner ursprünglichen Form unwiderbringlich verloren, weil die Filmtechnik sich nun mal in ihrem fortwährenden Fortschritt auszustellen beliebt und auch die schönste Retrobewegung irgendwo ihre Grenzen hat, aber ich habe einen Weg gefunden, die liebgewonnene Tollpatschigkeit zu erhalten: In meinem eigenen Alltag. So bedecken den Boden meiner Wohnung allerlei Gegenstände und das nicht etwa, weil ich die Mühe des Aufräumens scheue, sondern weil ich dann etwas habe, über das ich äußerst ansehnlich stolpern kann. Während Mancher mich für einen bemitleidenswerten Schussel hält, weiß ich selbst, dass mein kurvenreicher Weg durch den Alltag einen Film wert wäre, der mit klimpernder Musik unterlegt die Massen vor hundert Jahren in Begeisterung versetzt hätte.

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